Die Werft

Die Aktien-Gesellschaft "Weser", umgangssprachlich oft nur AG ,Weser´ oder "Use Akschen" genannt, war eine Schiffswerft in Bremen und bis zum Ende das Wahrzeichen Gröpelingens. Die AG "Weser" entstand 1872, als das 1843 gegründete Unternehmen "Waltjen & Leonhard" in eine "AG" umgewandelt wurde. Zuvor hatte "Waltjen & Leonhard" bereits Dampf- und Baggerschiffe gebaut. Die Werft erhielt viele Aufträge der Kaiserlichen Marine und spezialisierte sich 1883 auf Torpedoboote. Aufgrund mangelnder Erweiterungsmöglichkeiten zog die Werft in den Jahren 1901-1905 nach Gröpelingen auf einen größeren Bauplatz. Dadurch konnten auch größere Kriegsschiffe gebaut werden.

Bis zum Ersten Weltkrieg wurden zudem etwa 40 Fracht- und Passagierschiffe gebaut. Während des Ersten Weltkrieges wurden außer einigen zivilen Schiffen insgesamt 96 U-Boote fertiggestellt. Am 27. August 1919 übernahm der Bremer Bankier "J. F. Schröder" den Vorsitz des Aufsichtsrates. Am 1. April 1921 übertrug man "Franz Stapelfeldt" den Vorsitz im Vorstand.

1926 wurde im Auftrag des "Norddeutschen Lloyd´s" der Schnelldampfer "Bremen IV" gebaut, der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 Knoten fahren sollte. Die "Bremen IV" holte am 23. Juli 1929 das "Blaue Band". Die Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg waren wirtschaftlich schwierig und es wurden immer wenigere Schiffe gebaut.

1934 wurde das Tochterunternehmen '“Weser” Flugzeugbau-GmbH' gegründet, um ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. 1935 wurden vier Zerstörer und acht U-Boote gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurden dann nur noch Kriegsschiffe und insgesamt 146 U-Boote gebaut. Die U-Boote waren hauptsächlich Typ-IX und Typ-XXI Boote. Im Oktober 1944 wurde die Werft von Bombenangriffen so schwer beschädigt, dass der Weiterbau eingestellt wurde. Daraufhin plante man das halbfertige Baudock in eine verbunkerte Sektionsanlage für U-Boot-Sektionen umzubauen.

Unter den 20.000 Werftarbeitern waren fast ein Fünftel Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. 1944 kamen zudem noch 1.500 KZ-Häftlinge aus dem KZ Neuengamme hinzu. Nach dem Krieg sollte die Werft zerstört und der Sowjetunion übergeben werden. Die Demontage wurde jedoch verhindert, sodass ab 1949 wieder mit dem Aufbau der Werft begonnen werden konne und beschädigte Schiffe repariert werden konnten.

1951 wurden die Schiffsbaubeschränkungen ganz aufgehoben und es wurden unter anderem sechs große Tanker gebaut. Ab 1963 war es mit dem Ausbau der Werft möglich, Schiffe bis zu einer Größe von 150.000 tdw zu bauen. In den folgenden Jahren wurde die Werft immer weiter ausgebaut, was zur Folge hatte, dass viele Großtanker in Auftrag gegeben wurden.

Der letzte Ausbau in den frühen siebziger Jahren vergrößerte die Werft so, dass sie Schiffe bis zu 650.000 tdw (tons dead weight - Ladegewicht, 1tdw = 1 t) hätte bauen können. Durch die Ölkrise 1974 kam es aber nicht mehr dazu, da keine weiteren Tanker mehr gebraucht wurden. Nach langen, schließlich gescheiterten Verhandlungen und einer Besetzung der Werft durch die Arbeiter, die für einen Erhalt der Werft kämpften, wurde die AG "Weser" am 31. Dezember 1983 geschlossen.

Die Bremer und Bremerinnen nennen oder nannten die AG "Weser" auch umgangssprachlich "Use Akschen", also "Unsere Aktie". Die damalige Verbundenheit der Bürger und Bürgerinnen mit der AG "Weser" wurde damit unterstrichen und zeigt sich noch heute im Stadtteil Gröpelingen. Auf dem Gelände der AG "Weser" befand sich bis 2008 der "Space Park Bremen", Bremens größtes Schuldenbauprojekt mit 238 Mio Euro Baukosten und seit 2008 das Einkaufszentrum "Waterfront Bremen".

1964 wurde der kleine Helgen "Wilhelm" fertiggestellt und dort wurde dann der erste von zwei Bockkranen aufgestellt. Der Bockkran war auf 550 t Hubkraft ausgelegt, der größere bis zu 750 t.

1997 wurde der kleine 550 t Bockkran an die Millitärwerft nach Brest verkauft, der bis heute dort seinen Dienst tut. Dieser steht aber bereits zum Verkauf aus.